Mare Manuscha

 

Mare Manuscha
Innenansichten aus Leben und Kultur
der Sinti & Roma
Herausgegeben von
Romeo und Cornelia Wilß
Mit Fotos von
Alexander Paul Englert

 

Edition Faust

260 Seiten. Vierfarbig.
Mit zahlreichen Abbildungen
Broschur
ISBN 978-3-945400-57-9

 

 

 

 

 

 

 

 

13 Gespräche mit Hamze Bytyci, Nicoletta Bitu, Manolito M. Franz, Romeo Gitano, Dejan Jovanović, Hristo Kyuchukov,

Ilona Lagrene, Reinhold Lagrene, Valérie Leray, Roger Moreno, Nedjo Osman, Riccardo M Sahiti, Imrich Tomáš, Alfred Ullrich

 

Vorbemerkung (aus dem Buch)

Auch wenn in jüngster Zeit einzelne Werke zur Kunst und Literatur von Roma und Sinti erschienen sind, so liegt kaum ein Buch vor, das Innenansichten aus der Perspektive der Sinti und Roma über ihr Leben und Wirken in Deutschland und Europa zeigt.
Wir – der Verlag, Romeo Franz und ich – fanden den Weg zueinander und entschieden, Kunst und Kultur der Menschen mit
Romno-Hintergrund anhand von biografisch erzählten Interviews und Fotografien zu zeigen. Im Mittelpunkt sollte der Dialog stehen mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten Theater, Musik, Malerei, Film, Literatur und Fotografie, die mehrheitlich ihren Arbeitsschwerpunkt in Deutschland haben oder vorwiegend in Deutschland und anderen
europäischen Ländern rezipiert werden. Zudem lässt der Band Aktivisten aus der Bürgerrechtsbewegung zu Wort kommen.
Welche Rolle spielen aber Kunst und Kultur im Spannungsfeld zwischen Minderheit und Mehrheit? Hat der Antiziganismus, also die verbreiteten und tief verwurzelten Ressentiments gegen die Minderheit der Roma und Sinti auf allen Ebenen, das Kunstschaffen dieser Minderheit beeinflusst?
Wie hat sich Kreativität unter dem Einfluss des Antiziganismus entwickelt? Kann Kunst das Trauma der Verfolgung überwinden? Welche Zukunfsträume und welche Lebensentwürfe haben „unsere Menschen“, Mare Manuscha, denen wir den Titel des vorliegenden Bandes widmen.
Das Buch zeigt mit den Worten von Romeo Franz „… dass Menschen mit Romno-Hintergrund in Europa keine homogene Gesellschaft, vielmehr ganz unterschiedlich sozialisiert und immer Bürgerinnnen und Bürger ihres Heimatlandes sind – und das seit Jahrhunderten. Aber trotz unserer Heterogenität verbindet uns etwas Gemeinsames, und das ist die kollektive Erfahrung, vom Antiziganismus betroffen zu sein, der uns seit Jahrhunderten eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft der
Mehrheit verwehrt.“
Hören wir zu. Schauen wir hin. Führen wir einen Dialog. – Wir haben uns viel zu sagen.