Afrikanische Ansichten

Gespräche, Portraits und Texte von und mit Künstler*innen, Denker*innen, Aktivist*innen  aus Afrika und der Diaspora, u.a.  in Kooperation mit der Online-Kulturplattform faustkultur (http://faustkultur.de).


„Wir sind in Afrika vom Klimawandel stark betroffen. “

"Wir sind in Afrika vom Klimawandel stark betroffen. Doch wenn man sich anschaut, wer den Klimawandel verursacht hat, dann ist der Anteil Afrikas daran sehr gering. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es nicht in dem Ausmaß wie bei Ihnen Schwerindustrien und industrielles Wachstum, die zur Umweltverschmutzung beitragen. "

 

Ein Gespräch mit Dawda F. Saine für Fair Oceans über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kleinfischerei in Westafrika die Bedeutung der Mangroven für den Küstenschutz und sein Engagement für mehr Klimagerechtigkeit. Dawda Saine ist Generalsekretär von CAOPA und Meeresbiologe. In der 2010 gegründeten Organisation, the African Confederation of Professional Artisanal Fisheries, sind 25 afrikanische Länder vertreten.



"Ich bin eine Lehrende und eine Lernende"

"Ja, darum geht es bei allem, marginalisiertes Wissen und Erzählungen

sichtbar zu machen, sich Raum für die Individualität und das Kollektive

zu schaffen und sich zugleich über die eigene Positionierung gegenüber

den hegemonialen Strukturen und dem Wissenskanon klar zu sein und

dabei bewegend und beweglich zu sein.“

 

Mein Gespräch mit der Kultur- und Bildungswissenschaftlerin

Aïcha Diallo über das Imaginieren neuer Orte, Retraumatisierung und

Widerstand im November in Berlin.


"Ich liebe Widersprüchlichkeiten"

Dr. Ibou Coulibaly Diop promovierte in Potsdam über Michel Houellebecq und beschäftigt sich mit dem ästhetischen, literarischen und philosophischen Wert der Globalisierung. Wir haben bei einem Spaziergang im Berliner Tiergarten über die Universalität afrikanischer Literaturen, das Wurzelgeflecht von Identitäten, das Denken in Widersprüchen und die Notwendigkeit von „Decolonize Berlin“ gesprochen.

 



Das Sichtbarwerden der Schwarzen Zivilisationen

Mein Gespräch im Rahmen einer vom Berliner Verein „FuturAfrik“ organisierten Reise zur Dak’Art 13 unter Leitung von Dr. Ibou Coulibaly Diop mit Professor Maguèye Kassé über das afrikanische Erbe, neue Denkräume, nachhaltige Gesellschaftsentwürfe und warum er skeptisch ist, was die viel diskutierte Rückgabe gestohlener Kulturgüter angeht.

 

Maguèye Kassé, Foto: privat


Poesie akzeptiert weder Fesseln noch Zwang

Schriftsteller und Journalist Muepu Muamba widmet sich im taz-Beitrag zur Frankfurter Buchmesse der Macht der Worte. Er wurde 1946 in dem damaligen „Belgisch-Kongo“ geboren und studierte Soziologie und Journalistik in Belgien. 1968 wurde er aus politischen Gründen aus Belgien ausgewiesen. Daraufhin kehrte er in sein inzwischen unabhängig gewordenes Land, die Demokratische Republik Kongo, zurück und wurde in der Hauptstadt Kinshasa als Journalist, Schriftsteller und Verleger tätig. Mitte der 70er Jahre gründete er in Kinshasa mit einem Freund den Verlag „Les Presses Africaines“. Seine kritische und unbeugsame Haltung gegenüber dem Mobutu-Regime zwang ihn 1979, das Land zu verlassen. Fünf Jahre lang versuchte er vergeblich auf dem afrikanischen Kontinent Asyl zu finden, so dass er am Ende 1984 ins Pariser Exil ging, wo er als politisch verfolgter Autor anerkannt wurde und seine Arbeit fortsetzen konnte. Seit 2000 lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main.

© Henry Roy


Afrika begehren

Der Literaturwissenschaftler Boniface Mongo-Mboussa ist 1962 in der Republik Kongo geboren. Er zählt zu den renommierten Kritikern französischsprachiger Literatur. Sein Weg führte ihn von Kongo Brazaville zum Studium nach Leningrad und von dort nach Paris, wo er heute lebt und arbeitet. Mongo-Mboussa ist literarischer Berater des Salon africain der Genfer Buchmesse und Dozent für frankophone Literaturen am Pariser Sarah Lawrence College. Zudem zeichnet er verantwortlich für die Literaturkritik in der Zeitschrift Africultures, die – in Paris herausgegeben – das kreative Schaffen Afrikas kritisch begleitet.



Hör auf zu schießen

Im Sommer 2016 hat der bekannte kamerunische Hip Hop-Künstler Hobskur in der Metropole Douala mit Gleichgesinnten das Musikprojekt „StopMurderingAfricanPeople” gegen Repression und Einschüchterung der Bevölkerung, insbesondere der Jugend, durch die kamerunischen Ordnungskräfte ins Leben gerufen. Sein Appell „Ne tire plus sur le peuple”, kurz „Hör auf zu schießen!” – so der Titel seines neuesten Liedes und Videos – ist angesichts der Übergriffe der Polizei auf die Zivilgesellschaft Ende 2016 von großer Aktualität.

© Steve Owoundi